Man sollte die Formel ändern

Forum über Scheidung von Christen
Anita

Man sollte die Formel ändern

Beitragvon Anita » Donnerstag 3. Februar 2005, 19:51

Hallo,

vor jetzt beinahe 10 Monaten hat sich mein Mann von mir getrennt. Er hatte gleich eine Neue.

Ich komme mir vor wie ein ausgetauschter Putzlappen. Eigentlich wollten wir beide mal eine christliche Ehe führen.

Ich liebe ihn immer noch und er fehlt mir so.

Und ich bin sooooooooo enttäuscht.

Eine Freundin sagte zu mir: "Der einzige Mensch, auf den Du Dich wirklich verlassen kannst, bist Du selbst".

Ich glaube, sie hat ganz schön recht.

Man sollte die Formel "In guten und in schlechten Zeiten" aus dem Eheversprechen streichen. Da hält sich doch heute eh keiner mehr dran. Noch nicht mal die Christen.

Ich bin so verdammt enttäuscht. Wollte mit ihm zusammen alt werden. Dachte, er bleibt für immer bei mir, weil man sich ja nicht scheiden lassen soll.....

Ich leide immer noch wie ein Hund. Nachts träume ich, er wäre zurückgekommen.

Ich finde es so unfair, daß er mir noch nicht mal mehr eine Chance gibt.

Er behauptet, er hat keine Gefühle mehr für mich.

Komischerweise hat er aber 14 Tage vor der Trennung noch gesagt, daß er mich liebt.

Verstehe einer die Männer.

Gruß

Anita

Peter52

Gefühle

Beitragvon Peter52 » Freitag 4. März 2005, 09:18

Liebe Anita,

ich kann gut verstehen, wie Deine Gefühlswelt ist, lebe ich seit einigen Wochen auch in Scheidung. Auch Deine Träume sind mir bekannt, es geht mir ebenso. Aber es bleibt nun mal bei den "guten und schlechten Tagen", das sollten wir nicht ändern, denn es ist Gottes guter Plan für die Menschen. Das Ideal der Ehe, so wie sie uns von Gott gegeben ist, das halte ich hoch, denn es ist der beste Weg für uns.

Ja, auch unter Christen nehmen die Scheidungen zu. Das ist ein Frontalangriff des Satans auf die Christen und wir werden uns auch in den Gemeinden immer mehr damit auseinandersetzen müssen.

Mir ist es gelungen, Anschluß an einen Kreis geschiedener bzw. in Scheidung lebender Christen zu finden. Das ist sehr hilfreich, denn jeder dort kennt das Problem und hat Verständnis. Die Gefühle fahren Achterbahn, da ist es gut, wenn wir uns bei Jesus ganz fest machen und ihm vertrauen, der den Plan für unser Leben hat und der nicht will, dass wir im Tal der Tränen bleiben.

Bleibe nicht allein, geh unter Menschen, die Christen sind. Dort findest auch Du ganz sicher Hilfe. Im Leid kommt uns Gott immer wieder nahe. Suche seine Nähe! Schließe Frieden mit Deiner Vergangenheit, nimm die Gegenwart an und lege die Zukunft in seine Hände. Er verlässt uns nicht!


Gruß
Peter

Christ.

Bin auch enttäuscht!

Beitragvon Christ. » Donnerstag 9. August 2007, 19:01

Hallo Autorin,

Du hast geschrieben: "da hält sich doch heute eh keiner mehr dran."

Du hast Recht!

Das wird zunehmend so sein, wenn wir uns nicht an die Gebote von Jesus Christus halten (Matth. 5, 27-32). Es ist wirklich krass, was alles unter dem Deckmantel "christlich" an diesen klaren Worten herummanipuliert wird. Halten wir das doch einfach mal ein und wenn nicht, dann sagen bleiben wir allein und lehnen es ab, durch unsere Enttäuschung geschwächt in die nächste Ehe zu laufen und dort völlig unsicher und häufig Verdacht schöpfend abzuhängen!

Das wird heute so scheinbar nicht mehr gepredigt. Diesen Mißstand halte ich für bedenklich. Jesus Christus (das ist der, dem wir nachfolgen) hat ganz klare Worte gesprochen. An welcher Stelle legt Paulus die Worte von Jesus Christus anders aus und sagt nicht dazu "das aber sage ich euch - und nicht der Herr"?

Ich bin auch enttäuscht. Ich bin enttäuscht, dass 5 bei Christen zur geraden Zahl geworden ist. Ich bin enttäuscht darüber, dass es als Selbstverständlichkeit empfunden wird, dass Christen sich scheiden lassen? Von was für einem Glauben zeugt das denn? So ein Christ will ich nicht sein! Und selbst wenn ich mir meiner ganzen Schwächen irgendwann in vollem Umfang bewußt werden sollte, werde ich nicht hingehen und sie predigen oder als ok verkaufen!

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Beitragvon charly » Donnerstag 9. August 2007, 21:32

Und warum sollte ein in der Ehe gescheiterter Christ ein schlechterer Christ sein wie andere?
Wann ist man denn Christ? Dann wenn man die Erbarmungen und die Gnade Gottes ohne jeglichen eigenen Verdienst bekommt, so wie die Bibel es lehrt. Oder erst wenn man eine bestimmte Heiligungsleistung erbracht hat?

Wie auch immer, ich bin lieber ein Christ, der zwar in seinem Leben nicht alles so hinbekommen hat, wie so mancher Frommer es sich vorstellt, dafür aber Gottes unvergleichliche Gnade und sein unübertreffliches Erbarmen erlebt hat.

Das Ehen scheitern, auch Ehen von Christen, macht weder die Christen noch die Ehe schlechter. es zeigt lediglich, das auch die Christen immer noch fehlbare Menschen sind :-P

Charly
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ :Charly-l


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