Es geht nicht mehr!

Forum über Scheidung von Christen
Uschken

Es geht nicht mehr!

Beitragvon Uschken » Donnerstag 3. Februar 2005, 20:03

Ich glaube, es ist verständlich, daß sich in so einem Forum vor allem Beiträge finden von Betroffenen, die unfreiwillig in eine Trennungs- oder Scheidungssituation geraten.
Aber was ist mit denjenigen, die irgendwann für sich die Entscheidung treffen "Es geht nicht mehr!"?
Ich befinde mich selbst in der Situation, mich nach jahrelanger Abweisung, Gleichgültigkeit und Ablehnung von Seiten meines Mannes innerlich ihm gegenüber völlig tot zu fühlen. Er ist mir absolut fremd.
Nachdem ich versucht habe, durch verschiedenste Verhaltensweisen, Gespräche, Beratungsgespräche unsere Ehe zu retten, möchte ich jetzt einfach nur noch raus.
Gleichzeitig fühle ich mich total schuldig, weil ich jetzt vielleicht diejenige sein werde, die so "hartherzig" ist, sich dem Partner nicht noch einmal zuzuwenden, es nicht noch einmal zu versuchen, auch wenn er darum bittet.
Wer kennt das Gefühl, wenn es einfach nicht mehr geht?

Teddy

Gast

Immer unfreiwillig

Beitragvon Gast » Sonntag 6. März 2005, 17:10

Ich gehöre auch zu denen, die irgendwann nach Beratungen, Versuchen und Aushalten in bösen Tagen entschieden haben: Es geht nicht mehr weiter. Zum Zusammenbruch einer Ehe entscheidet sich ein Christ nie freiwillig, zumal wenn die Ehe vor Gott bzw. von Christen geschlossen wurde.

Mir hat das Buch von Theodor Bovet "Die Ehe" da geholfen, wo er sagt, dass ein Seelsorger wie ein Arzt immer für die Gesundheit eines Patienten arbeitet, aber auch in der Lage sein muss, den Tod untrüglich festzustellen. Und das kann einem Seelsorger und einem Christen eben auch passieren. Die erste Option ist immer Heilung. Ich glaube auch an das Gebet um körperliche Heilung und habe wunderbare Dinge bereits gesehen, aber ich weiß auch, dass Heilung nicht immer eintritt. Daher kann man für jedes Zeugnis dankbar sein, in dem berichtet wird, wie Ehen wiederhergestellt worden sind. Aber es gibt auch den Punkt einer verantwortlichen Entscheidung, die auch Trennung bzw. Scheidung als das kleinere Übel bedeuten kann, also um größeren Schaden abzuhalten.
Ich sah das damals in dem Bild einer gezielten Lawinensprengung, die z.B. dazu dient, dass ein unter einem Gletscher liegendes Dorf nicht irgendwann von einer Lawine zugeschüttet wird. Da wird dann gewaltsam gesprengt, also wenn man so will, wie bei einer Trennung aktiv Schaden angerichtet, aber gleichzeitig größerer Schaden verhindert.

Daher soll man sich keine Gewissensnot selbst machen, wenn man nach langem Ringen und Gebet und Arbeit an der Ehe selbst die Trennungsentscheidung getroffen hat. Denn Aussitzen ist auch keine Lösung.

Maria

Nur noch aushalten !

Beitragvon Maria » Samstag 20. Dezember 2008, 00:06

Ich kann das,was Uschken geschrieben hat nur zu gut verstehen.Mir geht es auch so,das ich eigentlich nur noch weg möchte,aber wegen der Kinder halte ich das seit 10 Jahren nebeneinander her leben aus.
Ich fühle mich immer schuldig,weil ich als Christin ganz anders sein müßte und fühlen müßte.
Mein Mann hat mich schon vor der Ehe auf körperlicher und geistiger Ebene verlassen.Wir haben geheiratet,weil ich schwanger war.

Ich habe mich in der Ehe bekehrt,mein Mann ist kein Christ.Viele Jahre hat er mich verbal immer wieder verletzt und abgelehnt in jeder Hinsicht.Ich habe bis vor ca 2 Jahren wie unter einer Glocke gelebt.
Wir haben außer den Kindern aber auch gar nichts gemeinsam.
Ich komme aus einem geschiedenen Elternhaus und möchte meinen Kindern das ersparen,obwohl ich froh gewesen wäre,wenn meine Eltern sich getrennt hätten.Ich möchte auch nicht,dass meine Kinder denken,dass so eine Beziehung wie wir sie führen ,normal ist

.Ich habe viel gebetet und beten lassen und habe für mich die Klarheit,dass ich gehen dürfte, ohne das Gott mich verstossen würde.
Seitdem geht es mir besser und ich halte es besser aus und bin etwas ausgeglichener.Ich weiß nicht wohin der Weg mich noch führt und hoffe darauf,dass ich Gottes Stimme klarer höre.


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