Bei mir geht es auf eine Scheidung zu

Forum über Scheidung von Christen
Chris

Bei mir geht es auf eine Scheidung zu

Beitragvon Chris » Donnerstag 3. Februar 2005, 20:04

Nach langem Zögern und auch langer Unentschlossenheit ist es heute so weit.
Endlich schreibe ich mal selbst etwas und komme aus der Passivität heraus.
Meine Scheidung tut mir noch oft tief im Herzen weh. Der Schmerz und die Trauer über das Scheitern und Versagen vor Gott, meiner Frau und den Kindern sitzt sehr tief. Und es gab und gibt auch immer wieder Phasen in denen ich ganz unten bin. Weinen hilft, erleichtert und ich habe als Mann keine Probleme meine Gefühle auch auf diese Art herauszulassen. Früher konnte ich nicht weinen, dachte ich darf vor niemandem Schwäche zeigen, denn sie wird oft gnadenlos ausgenutzt. Verletzungen in der Seele hatte ich doch schongenug. Und dann gibt es ja auch noch Gott und er sagt doch eindeutig, dass er die Scheidung hasst. Undnun soll mein neues Leben mit Jesus ausgerechnet wieder mit einer großen Sünde beginnen? Andererseitshoffe ich sehr, daß Gott sieht, das alles ist vor meinem Neubeginn mit ihm gewesen. Und damit Frucht der Sünde davor. Ich hoffe, daß ich das alles positiv verarbeiten kann und für mich zu einem inneren Frieden komme, der nicht nur Makulatur ist. Dann kann ich wohl meiner Frau wieder ohne Schuldgefühle in die Augen sehen.

Es ging und geht mir bei meinem Beitrag nicht um ein Schönreden der meiner Scheidung. Es ist vielmehr ein Ausweg aus einer endlosen Hilflosigkeit einen Neuanfang zu wagen und dem Partner wieder zu vertrauen. Ich habe erfahren, dass Zwang und Druck von außen eine Beziehung nicht wiederherstellen kann, sondern sie weiter zerstört. Klar ist mir auch, dass die Ehescheidung eine Sünde vor Gott ist, die ich ehrlich bekennen muss. Das bedeutet, ich kann nur aus Gottes Vergebung leben. Nur mit Jesus Christus hat mein Leben eine Zukunft. Ich vertraue ihm in allen Lebensbereichen ganz neu.
Gott hat mir ein neues Leben geschenkt. Und ich habe Verantwortung dafür.


Chris

Peter52

Versöhnung

Beitragvon Peter52 » Freitag 4. März 2005, 09:03

Lieber Chris,

"Eintritt nur für Sünder" so müsste es in unseren Gemeinden angeschlagen sein. Jesus ist doch gerade für unsere Sünden ans Kreuz gegangen und bietet uns die Vergebung an. Das ist doch das Beste, was es im Leben gibt und die einzige Möglichkeit, sich mit uns selbst wieder zu versöhnen.

Die von Dir beschriebenen Gefühle kenne ich nur zu gut, lebe ich seit einigen Wochen selbst in Scheidung. Ich lasse die Gefühle raus, ich schreie und weine. Und ich bete! Und ich erfahre immer wieder, dass mich Gott tröstet. Lies den Psalm 143 und erfahre dort etwas von den Gefühlen eines David in tiefster Angst. Gott hat einen Plan für unser Leben und wird unser Weinen in Lachen verwandeln. Aber das braucht auch Geduld (eine Frucht des Geistes). Gott verlässt uns nicht, da können wir ganz sicher sein.

Ganz wichtig ist es, sich mit seiner Vergangenheit zu versöhnen (Vergebung von Schuld), die Gegenwart anzunehmen und die Zukunft in SEINE Hände abzugeben. Das schreibe ich sehr viel leichter, als ich es lebe. Aber wir müssen das unbedingt tun, den sonst bleiben wir im Tal der Tränen. Und nach Gottes Wegen fragen, jetzt wo sich unser Leben so dramatisch geändert hat.

Und nochmal ganz praktisch: Geh raus, gehe auf Menschen zu, bleibe nicht alleine.

Gruß
Peter

leonie

danke peter

Beitragvon leonie » Freitag 15. Juli 2005, 02:35

für deine worte, falls du hier mal wieder liest...

leonie


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