psych. krank + Scheidung?

Forum über Scheidung von Christen
alch

psych. krank + Scheidung?

Beitragvon alch » Samstag 3. November 2007, 02:41

Hi,
bin seit 23 Jahren verheiratet und bei meinem Mann vergrößerten sich Phasen der Depression immer mehr bis vor 14 Jahren (1993) dann nur mehr Bettlägerigkeit und durchgehende Arbeitsunfähigkeit da waren.
In dem Jahr bekamen wir unser 4. Kind.... es war ein Horror!!!

Wir waren beide überzeugte Christen bei der Hochzeit, und haben beide mehrere Jahre im vollzeitigen Dienst gearbeitet.
Nach seinem völligen zusammenbruch geht er in keine Gemeinde mehr. Will auch von niemandem dort angeredet oder kontaktiert werden.

Es war/ ist sehr schmerzhaft, die Konsequenzen seiner Krankheit und die Folgen für unsre Beziehung:
Ich hab seine Erkrankung und ihn durchgetragen all die Jahre, hatte ein völliges BurnOut deswegen (arbeiten in der Nacht um die Familie erhalten zu können + 4 Kids beaufsichtigen und gut erziehen + die Sorge um ihn..)
..und dazu nie ein liebes Wort, keine Umarmung oder Kuss seit 14 Jahren, kein Sex all die Jahre...nur Ablehnung, böse Blicke wenn ich ihn anrede (und liebevoll frag was magst denn essen..), Aufforderungen mir andere Männer doch zu nehmen statt ihm, schwarze Wolke, Verachtung in seinen Augen, Abbruch jeden Kontakts mit uns obwohl wir im selben Haushalt leben.....

dann tauchte er langsam wieder aus seiner Erkrankung auf, ich gab ihm 2 Jahre Zeit , hab ihn nicht bedrängt oder ihm Druck gemacht wegen meiner Einsamkeit und Not.... ich dachte, Gott wird ihn zu SEINER Zeit zurecht bringen...
als er wirklich drei Jahre stabil und gut eingestellt war, begann ich mit ihm verteilt über ein dreiviertel Jahr über unsre Ehe zu reden: ich fragte ihn viel, hörte zu, sagte ihm was mir fehlte (das war glaub ich 2002)
Ich sagte ihm, dass ich unsre Ehe nur fortführen könne, wenn er beginnt mit mir zu reden, mit uns zu essen, mich zu berühren, mir nahe zu sein und mit mir wieder zu schlafen. Weil ich ihn noch immer liebe und deswegen all die Jahre ihn+seine Krankheit getragen hätte.
Seine Entscheidung war, dass er sich NIE wieder auf eine Beziehung mit mir einlassen wolle aus Angst vor seelischen Schmerzen. Er liebe mich nicht und habe mich nie geliebt. Es sei damals der Sex gewesen, aber nicht liebe.

IST DANN SCHEIDUNG ALS CHRIST FÜR MICH ok? vor Gott?
Warum lässt mich Gott in sowas rein??

Schweren Herzens vereinbare ich mit ihm, dass wir zusasmmen wohnen bleiben, bis ich eine Ausbildung und einen Job habe (war ja so nicht geplant ursprünglich) und mich finanziell erhalten kann. Deal: aber nur, solange keiner sich mit jemand anderem in eine Beziehung einlässt! und wenn, dann will ich es vorher von ihm hören und nicht so draufkommen müssen...

Heuer, 2007: ein erneutes Gespräch mit ihm, er gesteht mir auf mein Nachfragen nachträglich eine Affäre in der Zeit, wo ich ihm Zeit gab zu gesunden von seiner Erkrankung!!!
Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich ihn dafür hasse, mich so benutzt zu haben. Warum hat Gott ihn nicht gestoppt??
all die Tränen undder Schmerz im Tragen der Last einer solchen Ehe, und dann so ein Lohn? bin damals dran ja (fast) zerbrochen, brauchte damals 2 Jahre Therapie...

Ich hab ihn getragen um Jesu willen, weil ich es so arg gefunden hätte, wenn ich ihn als Christ rausgeworfen hätte mit seiner Krankheit.
Und dann geht er hin und gibt all das was er an Liebe, Spass, Sex, Freundschaft und Freude konnte einer anderen und lässt mich all das negative und schwere Verhalten von ihm ertragen??!!

Hätte ich ihn schon damals rauswerfen sollen, trotz Krankheit?
Ist alles viel schwerer als Christ.... *tränenwegwisch*

viele Fragen.
Wäre sehr dankbar für deine Meinung und deinen Kommentar dazu, Charly.


danke, alch.

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Beitragvon charly » Samstag 3. November 2007, 15:36

Hallo alch,

mir ist sowas nicht unbekannt. Ich war in erster Ehe mit einer psychisch kranken Frau verheiratet.

Das was du da schilderst zeichnet dich als Person, in deinem Wesen als Mensch aus. Es freut mich zu lesen, dass dein Glaube dir zusätzlich Stärke und Halt dabei gegeben hat.

Wenn ich Heute auf meine erste Ehe zurückschaue, sehe ich nicht in erster Linie Zeit, Lebensenergie und Liebe, die ich in meine erste Frau investiert habe, sondern was ich aus Liebe zu Gott, meiner Frau und auch zu mir getan habe. Jede Zuwendung, jedes Aushalten, jeder Verzicht den ich damals lebte habe ich nicht gelebt um dafür etwas zu bekommen.
So sehe ich es Heute. Es gab aber auch Zeiten, wo ich ähnlich bitter betrübt war, wie du es heute bist. Auch meine Frage war es zeitweise, warum Gott mir sowas aufgebürdet hat. Heute, wenn ich zurückschaue, weiß ich, dass ich sehr viel aus dem allen gewonnen habe.

Daher möchte ich dir Mut machen nochmal zu überlegen, warum du das alles wirklich gemacht hast. So wie du schreibst bekomme ich den Eindruck, dass du vieles davon gemacht hast, weil es deinem Wesen und deiner Überzeugung entspricht und nicht weil du daraus von deinem Mann eine Art Belohnung erhofftest.
Auch wenn das Handeln deines Mannes unfair und beraubend war und ist, tust du dir selber keinen Gefallen, wenn du nun ihn in das Zentrum dessen stellst, was du gelebt hast.

Ich finde, dass du wohl ganz richtig damit gehandelt hast, dass du dich nicht schon damals von ihm getrennt hast. Nach dem, was er nun sagt und vor allem auch lebt, hat er ja nun alle Voraussetzungen geschaffen, dass du auch als Christ die Freiheit hast dich gegen die Fortführung der Ehe zu entscheiden. Es liegt also nun bei dir, was du tun willst.

Bevor du dich aber entscheidest suche weiterhin Gottes Rat. Denn nur ER allein weiß, was sich bei euch in der Zukunft noch entwickeln kann oder nicht. Und nur Gott allein wird mit dir dein zukünftiges Leben teilen - ob nun mit oder ohne deinem Mann. Menschen können immer nur von Außen Rat geben, sie werden aber dein Leben nicht leben.

Eigentlich sind auch solche Lebensgeschichten als Christ nicht schwerer - eher doch umgekehrt: als Christ erlebst du wie Gott dich trägt, dir Rat gibt und zur Seite steht. Aber als Christ lebt man (hoffentlich) nicht einfach sein Ego aus, und das macht es oftmals schwerer - bzw. lässt es schwerer erscheinen.

Gruß, Charly
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ :Charly-l

alch

ach ja, seufz, Gott ....

Beitragvon alch » Samstag 3. November 2007, 22:11

Hi Charly,

danke fürs antworten!!!
"meinen Mann nicht ins Zentrum dessen stellen, was ich gelebt hab" -- das muss ich erst mal verdauen...

In den ersten Jahren hab ich echt gedacht, ich sterb daran. ... und mein Vers war: wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bringts keine Frucht. Zerbrich mich, Herr, mach mein Herz zu geschmeidigem Ton, und forme ein Gefäß aus mir, an dem man deine Hand erkennt!

hab jeden Tag aus Gottes Hand genommen, mir die Last auflegen lassen und hab darum gebetet und gerungen, dass Jesus immer heute sich als real in meinem Tag erweisen möge.... er hat es mich überleben und schaffen lassen, dass ich trotz dem ganzen barmherzig, freundlich, liebevoll reagieren konnte, ER wurde wirklich real in mir, es war Leben aus Gottes Hand
--- aber innerlich bin ich mehr und mehr erstarrt, gestorben, unlebendig geworden. ich hab funktioniert, und gehofft, dass Gott mir eines Tages wieder Leben und Liebe schenkt.
Essattacken haben mich den Schmerz ertragen lassen, ihn gedämpft und zugedeckt. Aber: so sichtbar für jeden, noch weitere Gründe für die Verachtung meines Mannes....

warum sollte ich hoffen, dass Gott es zu einem guten Ende bringt? wie soll ich ihm vertrauen? ich hab alles auf Gott und seine Zusagen gesetzt, hab oft den Versuchungen fremdzugehn wiederstanden (es war Gottes Durchtragen und das Gebet 2er lieber Schwestern, denen ich offen sagte, was los ist und sie bat, mich offen zu fragen..)...

es scheint auf ein Ende zuzugehen, aber ich hab nicht den Eindruck zu wissen was Gott plant. Fühl mich völlig überfordert mit den Entscheidungen die anstehn, mit der Klärung der Finanzen und Wohnsituation.....

ich könnte es nicht ohne Gott! wohin sollte ich auch gehn? aber ob ich es mit Gott kann, weiß ich auch noch nicht. Ich hab Angst, meinen Glauben zu verlieren.
Ich ertappe mich dabei, beim Bibellesen bei Verheißungen und Stellen über Männer aufzulachen von ganz tief innen, ich kann es nicht mehr ernst nehmen...


Dein Bibelarbeits-skriptum hat mich gestern ermutigt. Ich wurde echt ruhig dabei.
In meiner Gemeinde verliere ich durch die Scheidung fast alles, auch eine mögliche Beziehung bzw Ehe in der Zukunft ist ein Ausschließungsgrund (ach ja, die Gemeindezucht). Deine Genauigkeit beim Zitieren und die griechischen genauen Übersetzungen haben in mir eine Ahnung aufsteigen lassen, dass Gott mir nicht so hart begenet wie mir immer wieder von den Brüdern/Ältesten erklärt wird. ... dachte mirs zwar, konnte es aber nicht argumentieren für mich und andere..


der Herr segne dich /euch!
danke fürs Reden und deine offene Antwort.
alles liebe, alch.

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Beitragvon charly » Samstag 3. November 2007, 23:13

Hallo alch,

es freut mich, dass meine Ausarbeitung dir so hilft. Genau aus solchen Gründen ist es mir wichtig, diese Ausarbeitung zur Verfügung zu stellen.

Leider gibt es solche Haltungen unter uns Christen, wie es in deiner Gemeinde ist. Immer wieder gibt es aber solche Geschichten, dass Gemeindeleiter sich nochmal intensiv mit diesem Thema beschäftigt, weil Jemand mit ähnlicher Not wie du in ihrer Gemeinde ist. Wer weiß? Evtl. kann Gott auch hier Türen für dich öffnen.

Dass es dir so ergeht, wenn du Bibelstellen über Männer liest, kann ich ein gutes Stück nachvollziehen. Deine Seele ist nachvollziehbar durch diese Ehe verletzt.
Um deinen Glauben brauchst du dir aber wohl nicht wirklich Sorgen zu machen. Gott hat dich bis hierhin getragen, warum sollte er gerade jetzt damit aufhören? ER liebt dich doch und hat Erbarmen mit dir.
Das wir mit unserem Leben hadern, ist Gott nicht fremd. Genau hier ist ER uns am nächsten - nur spüren wir es nicht immer.

Ich glaube sicher, dass Gott mit dir den Weg der Heilung gehen will. So ging er mit mir und so vielen vielen anderen auch um. Eben so wie Jesus es sagte: Er ist für die Kranken gekommen und nicht für die Gerechten. Er will das geknickte Rohr nicht abbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. ER will deine Kraft sein.

Was die Klärung all dieser praktischen Dinge betrifft, da ist es sicherlich gut, wenn du dich an eine Beratungsstelle (evtl. kirchliche Beratungsstelle - die helfen auch, wenn man nicht Mitglied ist) wendest. Aber auch das wirst du meistern, so scheint es mir.

Sei gesegnet und lass dich nicht aus der Hand Gottes reißen - ER will und wird dich halten - egal wie tief das Tal ist, durch das du durch musst!

Charly
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Beitragvon alch » Dienstag 6. November 2007, 01:30

Hi Charly,

:oops: ich mach mir aber Sorgen, weil ich merke dass ich mich auf Gott nicht mehr so tief einlasse wie früher. ...du meinst ER ist auch darüber barmherzig, hmmm... ich brauch vielleicht noch Zeit...

Andere Frage:
Über Finanzen hab ich mich ausreichend beraten lassen, frag mich aber, ob es ok ist als Christ, ihm dies alles abzuverlangen. Wie siehst du das?
Manchmal sagt mein Gefühl: er soll für das alles bezahlen! und noch während ich dies sage, weiß ich tief innen, dass er dies alles NIE bezahlen wird können, die Jahre wo ich jung war, meinen von Kindern gezeichneten Bauch, mein unbeschwertes Vertrauen...das alles kann niemand bezahlen.

Soll ich ihn wirklich das halbe Haus zahlen lassen plus meinen Unterhalt plus eine Pension für mich (da ich wg der Kinder immer nur halbtags arbeiten konnte)?
Ich meine, wenn er das alles zahlt, dann spürt er das finanziell wirklich. Ist das vertretbar? Wird ihn das nicht in ein neues Loch fallen lassen, erneut einen Krankheitsschub auslösen?
Irgendwie fühlt sich der Gedanke für mich komisch an.... bin ich dann daran schuld?


gute nacht, bin müde, der Tag war lang genug, ich mach für heute Schluß.

danke fürs quatschen, alch.

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Beitragvon charly » Dienstag 6. November 2007, 01:49

Hallo :-)

ich bin grad noch wach :-D

Ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Deine Befürchtungen regeln sich aber schon durch das deutsche Recht.
So hat er einen Selbstbehalt, der höher liegt als zB Sozialhilfe.
Er kann also nur das an Unterhalt bezahlen, was er über den Selbstbehalt verdient.
Wenn er zB aus Krankheitsgründen arbeitsunfähig wird, wird er nicht oder weniger zahlen können, ohne dass ihm das unbedingt als Schuldenlast angerechnet wird.
Es ist die Frage, wie er die Hälfte des Hauses zahlen soll, ohne dass das Haus verkauft wird?

Ja, es ist möglich, dass er wieder einen Krankheitsschub bekommt. Das kann in seinem Leben möglicherweise noch häufiger vorkommen. Nur bist du, wenn du von ihm geschieden bist, hier nicht mehr in Verantwortung.

Die Jahre in denen du jung warst, hast du nicht für deinen Mann geopfert, sondern in deine Ehe und Familie investiert. Deinen gezeichneten Bauch hast du deinen Kindern geopfert- und keineswegs deinem Mann. Dein unbeschwertes Vertrauen kann wiederkommen. Das traue ich Gott durchaus zu :-)

Schuld trägst du hier eher weniger. Und was in Zukunft kommt, daran trägt dein Mann seine eigene Verantwortung. Wenn er unter dem zerbricht, was er selber verursacht hat, trägt er dafür auch die Verantwortung.

Was Gott und Du betrifft, sei entspannt. Niemand versteht dich grad besser wie Gott. Natürlich weiß er von deinem gebrochenen Vertrauen. Aber wenn ER dem nicht zu begegnen wüsste, wäre ER nicht Gott, gelle? ;-)
Zwischen Gott und mir gab es mal nach meiner Scheidung zwei Monate quasi Funkstille. Sein Reden zu mir: "Ich habe dir gesagt was wird." Ich aber war am motzen und unzufrieden etc. (längere Geschichte). Nachher musste ich sehen, dass ER genau zu dem gestanden hat, was ER mir gesagt hatte. und ich war beschämt :oops:
Glaub mir, Gott schaut gerade voller Barmherzigkeit und Liebe auf dich und kann dich sehr sehr gut verstehen.

Gruß, Charly
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Beitragvon Gast » Dienstag 6. November 2007, 01:59

bin grad noch da....

Finanzen regelt das österreichische Recht bei mir *ggg*...

ja, natürlich heißt das bezüglich Haus für ihn, entweder Hypotek aufs Haus oder verkaufen (was ich nicht hoffe)...

Ich mag mir halt ein Gerichtsverfahren sparen und bin so in Österreich ziemlich frei mir mit meinem Mann bei einer einvernehmlichen Scheidung an Finanzen auszuhandeln was ich will.
Das Negative dran: es gibt dann keinen Schuldspruch, keinen Schuldigen... ich erkläre mich einverstanden mit der Scheidung (was für meine Gemeinde dann wieder ein rotes Tuch ist, naja).

was bei ihm noch dazu kommt: er ist selbständig, hat eine eigene Ein-Personen-Firma. da geht der finanzielle Abstieg halt sehr schnell...

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Beitragvon charly » Dienstag 6. November 2007, 23:27

Hallo :-)

Ist in Österreich das Unterhaltsrecht so anders als in Deutschland?
Wie auch immer, Scheidung bedeutet nicht einfach von seinen Verpflichtungen wegzukommen. Und wovon wollt ihr leben, wenn dein Mann keinen Unterhalt bezahlt? Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sozialträger das so ohne weiteres akzeptieren, wenn er nicht unterhaltspflichtig ist.

Ich bin auch offiziell einvernehmlich geschieden. Wieso soll das gerade für einen Christen ein schlechtes Bild machen? Sollten nicht gerade Christen auch fähig sein, ohne Grabenkämpfe eine Scheidung hinzubekommen? Die Schuld klärt ihr Beide vor der Scheidung. Die Scheidung sollte eigentlich das Ende der Kriege bedeuten.

Gruß, Charly
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Beitragvon alch » Mittwoch 7. November 2007, 00:41

Hi, ich schon wieder.. :-)

naja, ich kann entweder wirklich alles was mir zusteht einfordern, oder ich geb mich mit einem Minimum zufrieden. ---Ist für mich schon auch eine geistliche Frage.

Zustehen würde mir in Österreich die Hälfte vom Haus + ein Ehegattenunterhalt in der Höhe zw. 16% bzw 32%, maximal -40% seines monatlichen Einkommens. Als Plus könnte ich für mich noch eine private Zusatzpensionsversicherung von ihm fordern, da ich ja immer nur halbtags gearbeitet habe und so meine staatliche Pension massiv unterm Minimum liegen wird.
Der Kindesunterhalt wird ohnehin vom Jugendamt berechnet und vom Gericht bestätigt. Das bleibt als Recht des Kindes unangetastet und kann auch unter das Existenzminimum für den Mann gehen. Ist bei uns aber nicht so entscheidend, da dann ja nur mehr 1 oder 2 Kids Unterhalt bekommen werden.

Er hätte dann immer noch absolut ausreichend zum Leben und auch für Hobbys etc zur Verfügung, da ja sein Engagement im Job sein Einkommen bestimmt.


Wenn ich aber mit ihm nix ausmache was die Finanzen für mich angeht, dann muss er gar nix zahlen (einige Frauen in meinem Bekanntenkreis/Frauenkreis/Gemeinde sind so ohne jeden Groschen aus einer Scheidung rausgegangen!). Soweit österreichisches Familien-Recht.


Ich glaub ich würde lieber von ihm alle Zahlungen erhalten, die mir zustehen. --- ist das mit Vergebung und Barmherzigkeit und Gottvertrauen zu vereinbaren??

Alles Liebe, alch.

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Beitragvon charly » Mittwoch 7. November 2007, 01:36

Hallo :-)

Die Frage ist hier doch nicht in erster Linie, was ein Landesrecht zuspricht oder nicht. Die Frage ist aber auch nicht, ob du durch "Gottvertrauen" wissentlich in eine Armut steuern solltest.

Die Frage ist, dass dein Mann für euch Verantwortung trägt. Und das nicht nur bis zur Scheidung, sondern auch darüber hinaus.

Anders gefragt: Kannst du ihm nicht vergeben, wenn er doch auch für dich zahlen muss? Oder warst du bisher so Unbarmherzig zu ihm, dass du meinst du müsstest das jetzt durch Unterhaltsverzicht ausgleichen?
Bedeutet Gottvertrauen, Jemanden seine Verantwortungen vorzuenthalten?

Du schreibst, dass er trotz den Unterhaltsverpflichtungen weiter genügen Geld für sich übrig behält. Also wo würdest du ihn über das Maß hinaus beschneiden?

Wie wäre es, wenn du dich rechtlich absicherst, indem du die dir zustehenden Unterhaltszahlungen einforderst. Würde dich das dann dazu zwingen auf evtl. finanzielle Engpässe von ihm keine Rücksicht zu nehmen? Allein das Recht auf Unterhalt zu haben, würde es dich abhalten Barmherzig zu sein? Nein, oder?

Eine Frage: kann es sein, dass du ein schlechtes Gefühl hast, weil du deinem Mann einmal deutlich NEIN gesagt hast? Und du stehst irgendwie in einem inneren Konflikt weil du einerseits nicht zurück willst, aber meinst wieder etwas gut machen zu müssen?

Gruß, Charly
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Beitragvon alch » Mittwoch 7. November 2007, 08:19

hmm, erwischt...
ja, ich hab ein schlechtes Gefühl dabei....

mir kommt dann immer seine 'Geschichte' in den Sinn...mein Mann hat in seiner Kindheit furchtbares durchgemacht. Er wurde von seinem Stiefvater zw. seinem 7 bis seinem 15 Lebensjahr täglich mit allem möglichen misshandelt u geschlagen (zuerst der Hund, dann das Kind, dann die Mutter) und täglich im Keller nach der Schule eingesperrt. Alle fürchteten den Mann, bis endlich die Großmutter dem 15jährigen ein Haus kaufte und das Kind völlig allein dort einzog, die Mutter stellte 2x die Woche Essen bei der Tür ab.

dh. seine Unfähigkeit zu Beziehungen, Familie, Ehe ist nicht wirklich seine Schuld. Er hat mein volles Mitgefühl für dieses Desaster, und seine Depressionen und Schädigungen haben da sicher ihren Ausgang genommen. Es wird wohl immer so sein, dass Verpflichtung und Familie für ihn die Bedeutung "Gefängnis" haben werden.
Alle meine bemühungen dies auszulöschen, ihn vergessen zu machen von mir durch ein liebevolles Verhalten in der Ehe und Hingabe sind gescheitert.

So denk ich mir: was muss das für ein Leben sein, und ich fordere dann noch den vollen Betrag monatlich ein für den ganzen Rest seines Lebens der ihm bleibt!!! .. mir wird jetzt erst bewußt, was da bei mir mitschwingt, während ich dies schreibe....
ich fühl mich dabei so, als würde ich der Tragödie seines Lebens einen weiteren Schlag verpassen oder seinem Rücken eine weitere Last auffbürden, als ob das was er erlebt hat, nicht schon reichen würde für 5 Leben!!! *tränen, schonwieder*


Wenn ich an sein Inneres denke, bricht mir das Herz. Wenn ich an das was er tut, getan hat, denke, dann bin ich wieder mehr "bei mir". ...fällt mir aber sehr schwer...

alch. :cry:


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