Mühsame Heilung einer durch Ehebruch belasteten Beziehung

Forum über Scheidung von Christen
Gast-Mithrandir

Mühsame Heilung einer durch Ehebruch belasteten Beziehung

Beitragvon Gast-Mithrandir » Mittwoch 22. Oktober 2008, 09:14

Okay, dieses Forum dreht sich überwiegend um Ehescheidung und Wiederheirat. Was geht eigentlich "ab", wenn Ehebruch unter Christen passiert, die Betroffenen sich aber versöhnen und nicht scheiden lassen wollen?

Hier die Vorgeschichte zur heutigen Situation:

Ich habe meine Frau im Alter von 19 J. kennengelernt. Wir waren beide wiedergeborene Christen und etwa gleich alt. Sie war meine erste Liebe, ich ihre. "Rumspielen" mit Freundschaft und Liebe war vorher und auch als wir uns kennenlernten nicht unser Ding. Schon nach 4 wochen sprachen wir über's Heiraten, was wir auch 2 Jahre später tun konnten. Idealer Start in eine christliche Ehe, die auch 20 Jahre lang bestens zu "funktionieren" schien.

Heute weiß ich, daß ich meine Liebe zu ihr schon vor Jahren "erkalten" ließ, weil sie nicht mehr so attraktiv, interessant und begehrenswert wie in früheren Jahren zu sein schien. Sie baute sich zunehmend Sicherheitszäune um ihr Leben, Spontanität und Sinnlichkeit schienen ihr fremd. Mein Kopf sagte: "Du mußt und wirst sie weiter lieben, um des HERRN und deines Eheversprechens willen". Mich jemals von ihr zu trennen, schien mir absolut undenkbar. Aber mein Herz stahl sich durch die Hintertüre weg, ich ließ eine sehr nette, freundliche, sogar noch zärtliche Kopie von mir da ...

Dann trat "sie" in mein Leben. Eine Frau gleichen Alters, Christin seit 20 Jahren, fast ebenso lange verheiratet wie ich und über Jahre ziemlich unglücklich, da ihr Mann so seine "Macken" hatte (die hier nicht zu schildern sind) und von ihrem Gefühlsleben Lichtjahre entfernt zu sein schien. Nach Monaten von immer vertrauter werdenden Freundschaft begann ich eine zunächst romantische und noch zurückhaltend zärtliche Beziehung mit ihr, die sich aber (wie könnte es anders sein) nach wenigen Monaten zu einer intensiven, leidenschaftlichen Liebesbeziehung steigerte, die ein ganzes Jahr andauerte und (fast) vor aller Augen, vor unseren Ehepartnern und vor der Gemeinde, verborgen werden konnte.

Der Wahnsinn dabei war: So intensiv diese Liebe auch war, sie und ich wussten die ganze Zeit, daß wir einander wieder aufgeben müssten und auch würden, um der Beziehung zu unserem HERRN und um der Unversehrtheit unserer Familien willen (nicht nur der Kinder, sondern auch unserer schmählich betrogenen Ehepartner willen, die wir nicht in lebenslanger Depression und Schmerz sehen wollten). Allerdings - die Kraft, diese unselige Beziehung zu beenden, hatten wir nicht. GOTT brachte unsere Beziehung mit einem "Blitzschlag" ans Licht, und das Chaos brach über 2 Familien herein.

Mit einem einzigen Telefonat mußten sie und ich einen grausamen Abschied von einander nehmen. Das ist jetzt ein Jahr her, und ich muß mich heftig innerlich zur Wehr setzen, um nicht in jeder Stunde des Tages 10 x an Sie zu denken! Es ist absolut grauenvoll zu erleben, wie sehr man durch eine solche 1-jährige Beziehung gebunden und belastet ist, wenn man sie wieder auflösen will. Meine gesamter innerer Mensch ist wie "ausgebombt"! Meine Frau hat mir vergeben, mein HERR auch. Die Gemeindeleitung - äh - wohl auch, denke ich, auch wenn es mir noch keiner ausdrücklich gesagt hat ...

Aber hier will ich erst mal aufhören, "meine" Wunden zu lecken und über mich zu jammern, denn viel schwerwiegender und fürchterlicher ist, was ich meiner Frau angetan habe. Welche Phasen von Buße, Heilung, von Rückschlägen, Mißverständnissen und Hoffnung es nach Aufdeckung des Ehebruchs gab, will ich versuchen in den nächsten Tagen zu schildern.

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