Scheidung, Zusammenleben,Wiederheirat

Forum über Scheidung von Christen
Kämpfer
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Scheidung, Zusammenleben,Wiederheirat

Beitragvon Kämpfer » Samstag 4. Juni 2005, 13:03

Hallo zusammen, viell. guckt der Eine oder Andere hier mal rein. Wer lebt in einer ähnl. Situation? Beide geschieden, z.Zt. "wilde Ehe", Wiederheirat angedacht oder wie Bruder und Schwester zusammen leben? Da beiderseits kein "biblischer" Ehebruch statt gefunden hat, besteht beider Ehen noch, demnach gäbe es nach Wiederheirat jeweils zwei Ehepartner ???

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Beitragvon charly » Sonntag 5. Juni 2005, 15:09

Hallo,

ich lebe zwar nicht in einer ähnlichen Situation, antworte aber trotzdem mal :wink:

Magst du uns noch etwas mehr von euch erzählen? Was du bisher so geschrieben hast, lässt eine Meinung dazu schwer fallen.

Gruss, Charly

Kämpfer
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Beitragvon Kämpfer » Sonntag 5. Juni 2005, 17:32

Hallo, ist ja doch jemand zu Hause :D In Kurzform : Beide geschieden, jetzt in Lebensgemeinschaft, Bedarfsgemeinschaft, Partnerschaft, wilde Ehe, wie auch immer, unter einem Dach (noch) ohne Trauschein. "Wer als Geschiedener neuen sexuellen Kontakt hat, begeht Ehebruch, obwohl geschieden" (oder so ähnlich), Stichwort : Ein Fleisch, ein Blut. Das gilt ebenso mit einer erneuten Heirat, da man ja "biblisch" nicht geschieden ist, oh man ist das kompliziert. Nach dieser "Version" bleibt einem lediglich ein Zusammenleben wie Bruder und Schwester. :roll: ???

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Beitragvon charly » Sonntag 5. Juni 2005, 18:22

Hallo again :)

Nun, wenn ihr Beide keinen biblisch legitimierten Scheidungsgrund bei eurer Ehescheidung hattet und auch die ehemaligen Partner im nachhinein keinen solchen gebracht haben (sprich eine sex. Gemeinschaft mit einem anderen Menschen aufgenommen haben), habt ihr das dann gemacht, wenn ihr auch eine sexuelle Gemeinschaft pflegt - spricht miteinander schlaft.

Jesus macht deutlich, dass eine Ehescheidung ohne das Vorliegen von "porneia" (Unzucht, sex. Umgang mit Anderen) vor Gott nicht gültig ist und jegliche Liebesbeziehung zu einem Dritten Ehebruch bedeutet. Er sagte auch, dass zB. eine Heirat des derart Getrennten zu Ehebruch führt. Ich verstehe daraus, dass damit die vor der Welt geschiedene Ehe nun damit auch vor Gott gültig geschieden ist.

Die knifflige Frage ist hier aber die Frage nach der Schuld, danach, wer die Sünde des Ehebruchs begangen hat. Denn damit kann sich leicht auch der geist. Tod Desjenigen verbinden. Festzuhalten ist natürlich, dass Gott eine aufrichtige Buße auch wieder mit der Vergebung der Sünde beantworten wird. Allerdings wird die Aufrichtigkeit der Buße (zumindst für uns Menschen) fragwürdig, wenn man den Ehebruch sucht, um aus einer Ehe heraus zu kommen. Das kann dann allein nur Gott letztendlich bewerten.

Eine weitere Frage ist auch die, ob ihr Beide bekennende und wiedergeborene Christen seid. Und ob ihr es zum Zeitpunkt der Scheidung es auch wart.
Denn Scheidungen vor einer Bekehrung werden ja von Gott auch vergeben und der Christ ist damit dann auch frei wieder zu heiraten.

Eine etwas komplizierte und wohl auch nicht immer so leicht zu beantwortende Frage, die du da stellst.

Sicher ist aber, dass eine Lebenspartnerschaft, die einer Ehe gleicht, vor Gott dann keinen großen Unterschied zu einer neuen Ehe macht. Wenn es für Beide kein Zurück in die alte Ehe gibt, sollte der Weg der Vergebung vor Gott gesucht werden und dann eine neue Ehe angegangen werden, statt auf eine solche freie Partnerschaft auszuweichen.

Oder gibt es Hindernisse für eine neue Ehe aufgrund der Lehren eurer chr. Kirche? Die römisch katholische Kirche geht hier ja z.B. einen ganz eigenen Weg und verbietet eine neue Heirat.

Charly

Gast

Beitragvon Gast » Sonntag 5. Juni 2005, 19:04

Hallo, d.h., wenn niemand fremd gegangen ist, bleibt die "alte" Ehe auf Gedeih und Verderb erhalten, auch wenn man seelisch zugrunde geht?
Ob das Jesus will/wollte? Bei uns gab es nur einen Fremdgeher und der ist mittlerweile wieder verh.. So ganz verstanden habe ich das aber auch noch nicht, wenn jemand "unschuldig" gesetzlich geschieden ist, bleibt trotzdem verh. und kann keine neue Beziehung eingehen :roll:

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Beitragvon charly » Sonntag 5. Juni 2005, 21:35

Von Gottes Wort her ist eine Ehe eigentlich bis zum Tode eines der Ehepartner gedacht. Eine Auflösung der Ehe ist zunächst von Gott nicht angelegt.
Um unserer Sündhaftigkeit willen aber erlaubte Gott in sehr eng begrenzten Rahmen Ehescheidung. Eben dann, wenn Unzucht / ausgelebter Ehebruch vorliegt oder wenn ein ungläubiger Ehepartner sich scheiden lassen will, wenn der andere gläubig ist. (Siehe dazu meine Ausarbeitung unter "Buchempfehlungen")

Da kann einem schon der erste Eindruck entsehen, dass Gott Ehepartner in grausamer Weise aneinander bindet, wenn ER eine Scheidung nicht aus "Zerrüttung der Ehe" z.B. erlaubt. Auf dem zweiten Blick aber wird deutlich, dass Gott ja nicht untätig danebenstehen will, sondern willens und fähig ist die Herzen der Ehepartner zu verändern und wieder neu zueinander zu wenden. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Ehepartner sich unter Gott demütigen und bereit sind, Seinen Weg zu gehen.

Aus der Erfahrung der Beratung kann ich dir aber auch versichern, dass man so schnell seelisch nicht Zugrunde geht. Ganz sicher gibt es grausame Ehen, wo einer den anderen terrorisiert. Dennoch sind solche Ehen eher seltener. Weit häufiger gehen Ehepartner an ihrem eigenen Ego zugrunde, indem sie z.B. Erwartungshaltungen haben, die irrealistisch sind oder gar völlig auf ihre eigenen - fiktiven - Bedürfnisse fixiert sind.

Die Erfahrung zeigt andererseits, dass Ehepartner, die nicht mehr an der Ehe festhalten wollen, idR recht bald neue Beziehungen eingehen und somit den Weg des Ehebruchs wählen. Somit wird dann der "unschuldige" Partner frei, wieder zu heiraten.

Jesus unterschied in seinen Reden (siehe Ausarbeitung) zwischen den Geschiedenen und den Weggeschickten. Die Weggeschickten waren zwar nach dem sozialen Recht geschieden, in Gottes Augen bestand die Ehe aber noch. Erst durch den Ehebruch fanden auch diese Ehen ein Ende in Gottes Augen.

Das alles ist recht kompliziert und ist ansonsten Bestandteil meiner Seminare. Das alles ausführlich zu erklähren würde dann doch diesen Rahmen eines Forums sprengen.

Gruss, Charly

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Beitragvon Kämpfer » Sonntag 5. Juni 2005, 23:13

Ja, wirklich kompliziert, derjenige der eine neue Beziehung eingehen will, muß warten, bis der andere "Ehebruch" begangen hat, erst dann ist er frei? Nehmen wir doch mal an eine Ehe funktioniert hinten und vorne nicht mehr, die Frau läßt sich scheiden, will aber von Männern nichts mehr wissen, dann muß der Mann, der gerne eine neue Beziehung eingehen will, solange warten, bis die geschiedene Frau "Ehebruch" begeht? Woher soll der Mann wissen, wie die Frau nach der Scheidung ihre Freizeit gestaltet?

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Beitragvon charly » Montag 6. Juni 2005, 00:15

Vergiss dabei bitte Gott nicht, der kein Interesse daran hat, seine Kinder unnötig leiden zu sehen.
Ich erinnere mich an einen ähnlichen Fall, wo eine Ehefrau sich diese Frage stellte. Ich ermutigte sie, sich an Gott zu halten und IHM ihr Leid immer wieder zu bringen. Und tatsächlich dauerte es nicht sehr lange, bis ihr zunächst berichtet wurde, dass ihr Mann mit einer anderen Frau beobachtet wurde und kurz danach hatte sie sichere Belege dafür, dass ihr Mann eine aussereheliche Beziehung hatte. Gott reagiert auf unsere Gebete!

Wenn Jemand sich aber derart an Gott hält, muss er aber auch damit rechnen, dass Gott seine Herzenshaltung hinterfragt. Wie gesagt: eigennützige Motivationen alleine sind ein schlechtes Argument IHM gegenüber ;)

Gottes Motivation ist in dem allem, Ehen zu heilen und wiederherzustellen. Erst wenn ER sieht, dass dies wohl nicht mehr möglich ist, bin ich davon überzeugt, dass ER Demjenigen, der sich an sein Wort hält, eine Lösung schaffen wird. Letztlich braucht Gott nicht mehr dazu zu tun als seine bewahrenede Hand ein wenig zurückzuziehen und wir laufen wie die blinden Schafe in die Sünde. Die Bibel hat einige solcher Geschichten zu bieten. Aber ob und wann und wie ER etwas macht, liegt ganz alleine in SEINER souveränen Entscheidung. Unsere Aufgabe ist es, sich unter SEINE Hand in Demut zu beugen. Und da kann ich mir mit Leichtigkeit viel schlimmere Sachen vorstellen, als das zu tun.

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Beitragvon Kämpfer » Montag 6. Juni 2005, 19:49

Vergiss dabei bitte Gott nicht, der kein Interesse daran hat, seine Kinder unnötig leiden zu sehen


Das denke ich auch

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Beitragvon Kämpfer » Dienstag 7. Juni 2005, 12:06

Schade, daß die Beteiligung so gering ist. Ich habe aber gesehen, daß Du (Ihr) selbst "Beroffener" bist bzw. warst, magst Du Dich denn outen :roll:

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Beitragvon charly » Dienstag 7. Juni 2005, 12:20

In wie weit sollte ich mehr "outen" als ich es hier bereits tue? ;)

Unsere ehemaligen Ehepartner sind beide fremdgegangen und wollten die Ehe nicht aufrecht erhalten. Von daher war es bei uns kein wirkliches Problem zu wissen, dass wir frei waren für eine neue Ehe.

Für uns Beide war es keine Option zunächst zusammenzuziehen und dann erst zu heiraten. Wir haben geheiratet und sind dann zusammengezogen.
Ich war etwas über zwei Jahre geschieden, meine Frau schon fast acht Jahre.

Tja und nun sich wir im neunten Ehejahr :D

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Beitragvon Kämpfer » Dienstag 7. Juni 2005, 13:46

Danke für die Offenheit, bei Euch ist das ja relativ "einfach" abgelaufen :wink: . Ist man eigentlich biblisch geschieden, wenn das amtliche Schreiben vom Amtsgericht zugestellt wird?

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Beitragvon charly » Dienstag 7. Juni 2005, 13:59

Das habe ich ja oben schon versucht zu erläutern.
Wenn ein biblischer Scheidungsgrund vorliegt, ist man mit der Rechtswirksamkeit des Richterspruchs - idR bei der Zustellung des Urteils - auch nach der Bibel geschieden. Es muss halt der jeweiligen Rechtsregelung der Sozialgemeinschaft entsprochen werden, in der man lebt. Bei uns ist es der Richterspruch des Familienrichters, in Teilen von Amerika reicht weit weniger. Zu biblischen Zeiten in Israel musste der Ehemann der Frau einen Scheidebrief ausstellen.

Liegt allerdings kein biblischer Scheidungsgrund vor, sagt Jesus, dass die Ehe vor Gott zunächst noch weiter Bestand hat.

Ob es bei uns realtiv einfach abgelaufen ist .......... Naja, was ist an Scheidung schon einfach? Zumindest war bei uns die Lage dann klar.

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Beitragvon Kämpfer » Dienstag 7. Juni 2005, 18:59

Ich habe Deine Spur verfolgt (mir entgeht nichts :D ), in anderen Foren tippelst Du ja auch. Ich habe festgestellt, daß bei jungen Leuten die Enthaltsamkeit (wieder?) angesagt ist. Steht davon was in der Bibel?
Als Scheidungsbetroffener frage ich mich nun natürlich auch, obwohl es keine Jungfräulichkeit mehr geben kann, auch bis zur Neuehe enthaltsam zu leben, Ihr wohntet ja getrennt, will jetzt auch nicht diskret werden, soll halt eine generelle Frage sein. Sicher taucht dann wieder das Argument auf, alte Ehe -> Ehebruch, obwohl geschieden usw..

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Beitragvon charly » Dienstag 7. Juni 2005, 19:07

Jaja, ich tiger so durch ein paar Foren :lol:

Du meinst wie wir es mit dem Sex vor der Ehe hielten? Sehr einfach: kein Sex vor der Ehe.
Die Jungfräulichkeit betrifft ja lediglich noch nie Verheiratete. Bei Geschiedenen wird davon nicht gesprochen - wie auch? Aber über ausserehelicher Enthaltsamkeit spricht die Bibel schon deutlich.

By the Way: wenn man vor Gott wirksam geschieden ist und wieder heiratet, begeht man keinen Ehebruch!

Gruss, Charly


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