Gewalt in der Ehe

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Kaulquappe
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Gewalt in der Ehe

Beitragvon Kaulquappe » Sonntag 3. April 2005, 08:20

Verfasst am: Sa Apr 02, 2005 5:02 pm Titel: Gewalt in der Ehe.....

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Hallo Charly,

du schreibst in dem Eingangstread:

"Gewalt in der Ehe ist sicher schrecklich.
Dennoch stellt sich die Frage, wie man Betroffene helfen kann, ob sie sich helfen lassen und ob auf jeden Fall Scheidung die angesagte Lösung ist.
Was denkt Ihr darüber? Welche Erfahrung habt Ihr gemacht? Welche Fragen stellen sich Euch bei diesem Thema?"

Da ich selbst eine Betroffene bin, glaube ich, dass ich hier mal einige Anregungen geben kann, wie man in solchen Situationen helfend eingreifen kann:

1. Sich überlegen, ob man wirklich helfen will, denn wenn man wirklich helfen will, dann kann es anstrengend werden!!
2. Sprüche wie: "Zieh aus..., mach das und das...", die sollte sich jeder Helfer sparen. Denn im Regelfalle ist es so, dass der, der in einer solchen Situation hängt, gar nicht mehr in der Lage einen eigene Schritt zu tun.
3. TÜR AUFMACHEN!!
Wenn jemand geholfen werden soll, sollte der Helfer einen Zufluchtsort bieten. Zumindest kurzfristig, und auch sollte der Helfer um sich Ansprechpartner haben, wo z.b. Unterbringung o.ä. möglich ist.
Denn meistens geht man aus einem konkreten Anlass.

Um das ganze etwas klarer zu machen, möchte ich von mir selbst schreiben, wie ich heraus gekommen bin:

Erstmal: 8 Jahre hab ich Gewalt ertragen ( alle Arten von Gewalt sind mir widerfahren)
Nach 2 Jahren hab ich zunächst einmal den Versuch unternommen über meine Eltern herauszukommen. - Fehlanzeige-
Nach weiteren 3 Jahren hab ich über Freunde es versucht. - Freunde die ich selten sah, denn letztlich kann Gewalt nur da entstehen, wo eine soziale Isolation des betreffenden Ehepaares vorherrscht.
Da hörte ich: Zieh aus und begieb dich in Therapie....

---- Fehlanzeige--- war auch eine Sackgasse

Nach weiteren Jahr und einem Unfall, bei dem ich hätte genauso sterben können, begann ich eine biblisch-therapeutische Seelsorge.
Dann versuchte ich es auf eigene Faust.... grmpf. Auch da hab ich versagt... obwohl ich die Seelsorge nicht aufgab.

Dann hab ich mir erstmal ein soziales Umfeld wieder aufgebaut. Nur wo anfangen... - nach fast 9 Jahren Isolation - außer Arbeiten -
Gut - bei alten Freunden..... die mich schon vor der Ehe kannten.
Da war dann eine Freundin dabei, die genau das tat, was ich oben beschrieb.
Mich einladen, ich hatte dann ein Ziel, ich durfte sein wie ich war - Kaputt -und schließlich konnte ich sogar übergangsweise bei ihr wohnen - !!!!

Klar, dass das schwer ist für den Helfenden, doch letztlich ist es der einzige Weg, der raus führt.

Auch ich hab dies schon so praktiziert....

Gruß
Kaulquappe

Vielleicht gibt das ja Grundlage zum Diskutieren
Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! (Phil 4,6)

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Beitragvon hallo_du_da! » Sonntag 29. Mai 2005, 19:10

Nach weiteren Jahr ... begann ich eine biblisch-therapeutische Seelsorge.


Gibt es das wirklich?
Wo um alles in der Welt denn bloß?

Ich suche seit langer, langer Zeit danach und habe schon längst keine Hoffnung mehr. Ich fand zwar ein paar Adressen - aber am anderen Ende Deutschlands und für Jahre im voraus ausgebucht.

Wenn es etwas Wichtiges gibt - dann ist es christliche Eheberatung!

Wo?
das ist allerdings die unbeantwortete Frage dabei.

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charly
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Beitragvon charly » Sonntag 29. Mai 2005, 21:55

Hallo :)

Wenn du Beratung suchst, findest du sie nicht nur bei uns, sondern du kannst auch unter dieser Webadresse geziehlt suchen:
http://www.derberatungsfuehrer.de/

Gruss, Charly

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hallo_du_da!
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Vielen Dank!

Beitragvon hallo_du_da! » Sonntag 29. Mai 2005, 22:58

Es ist nicht einfach das Richtige zu finden. Wir können selbstredend nur eine Stelle in Anspruch nehmen, die derjenigen Theologie nahe steht, aus der wir selber kommen. Sähen wir uns genötigt, für die Eheberatung zuvor eine andere Sichtweise für die Bibel zu gewinnen - das liegt wohl auf der Hand - das geht nicht.
Da kommt nix Gutes bei raus.

Vielen Dank für den freundlichen tip!
mach man weita so
wirste schon sehn wo das hinführt

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nach langer Odyssee - endlich ...

Beitragvon hallo_du_da! » Montag 4. September 2006, 16:50

Ich habe aufgrund persönlicher Mängel (die Frage war: "Habe ich KISS oder AD(H)S?") nach neurologischer Hilfe und anschließend nach psychologischer Beratung gesucht - und dabei sozusagen als Nebenprodukt auch Eheberatung gefunden - endlich.

Ich habe weit über zehn Jahre lang gesucht. Was ich oft fand war Esotherik oder Anthroposophie - leider. Das scheint die Regel zu sein. Eheberatung auf biblischer Grundlage fand ich auch - aber mit elend langen Wartezeiten.

Das Durchhalten hat sich gelohnt - nun gez prima - ich bin richtig glücklich. Zur Zeit befinde ich mich noch in Einzelberatung. Wenn die ein wenig voran gekommen ist, soll's an die Eheberatung gehen. Allein schon die neuen Perspektiven in Hinsicht auf: "Habe ich KISS oder AD(H)S?" festigen bereits unsere Ehe, es gibt sozusagen eine neue, bis dato nicht gekannte bessere Qualität der "Du & ich" - Gespräche zwischen meiner Frau und mir.
mach man weita so

wirste schon sehn wo das hinführt

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Beitragvon charly » Montag 4. September 2006, 21:14

Das freut mich wirklich. Danke dass du uns hier nochmal informiert hast.

Ich weiß, dass viele chr. Berater überlaufen sind und daher lange Wartezeiten haben. Aber wie du schon schreibst: das Warten kann sich lohnen :D

Ich wünsche dir und euch viel Segen Gottes in der nächsten Zeit.

Charly
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ :Charly-l

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Beitragvon BOB » Donnerstag 3. März 2011, 18:28

Ich wünsche mir mehr Erlebnisberichte und wie das Problem gelöst wurde.
Als Prediger habe ich bisher wenig damit zu tun, möchte aber vorbereitet sein wenn das auf mich zukommt.
Was also ist eine gute Möglichkeit?
Liebe Grüße BOB

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Beitragvon charly » Donnerstag 3. März 2011, 18:34

Opfer von Gewalt in der Ehe sind selten bereit ihre Geschichte öffentlich zu erzählen. Dennoch gibt es solche Berichte. Ich glaube, es gibt sogar spezielle Seiten im Net für solche Opfer. Sicherlich gibt es auch Bücher, in denen auch Lebensgeschichten zu finden sind.
Manchmal erzählen Opfer ihre Geschichte wie hier in Internetforen. So auch auf Jesus.de. Aber meist sind diese noch nicht dorthin gelangt, dass sie ihr Problem gelöst haben.

Ich bin in meinem Buch auch noch einmal ausführlicher auf dieses Thema eingegangen.
Trotz so manchem Tief das ich erlebt habe, immer noch oder gerade deshalb Christ :Charly-l

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Beitragvon BOB » Donnerstag 3. März 2011, 18:42

Ich werde Dein Buch bestellen, habs auf Deiner Webseite gesehen ( 10.-Euro), versuche es mal.
Liebe Grüße BOB


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